Männer müssen großzügig sein

"Ich bin 65 Jahre alt und seit 15 Jahren geschieden und habe zwei erwachsene Kinder. Nun habe ich wieder einen Mann kennengelernt. Wir haben gemeinsame Interessen und verstehen uns sehr gut. Er ist kinderlos. Er will nun sein Elternhaus verkaufen und will in mein Haus ziehen. Mein Lebensgefährte möchte, dass jeder Partner die Hälfte aller Nebenkosten, Verbrauchskosten und Urlaubskosten zahlt, obwohl er 500 Euro mehr Rente bezieht. Sollte er eine Miete zahlen oder sind seine Tätigkeiten und Hilfen im Haus und Garten ausreichend?"(Gerda 65, Spremberg)

 

Grundsätzlich gilt für Paare die sich nach der Phase der Familiengründung kennenlernen: Jeder kommt für sich auf. Zieht er zu Ihnen, dann ist es allerdings durchaus angemessen, wenn ihr neuer Partner sich revanchiert, indem er sich stärker an den Einkäufen beteiligt oder an den Urlauben.

 

Haben beide Partner Kinder, dann wachen in der Regel schon die darüber, dass das Vermögen nicht in fremde Hände gelangt. Sie wollen an ihre Kinder vererben. Verständlich. Aber nicht alles ist im Voraus planbar. Pflegt ihr Partner sie wegen einer schweren Erkrankung und bleibt als Witwer zurück – was ist dann? Was wird aus dem Haus, das dann auch sein Zuhause geworden ist?

 

Diese Fragen müssen allerdings nicht alle jetzt schon geklärt werden. Aber nach und nach. Jetzt müssen Sie beide klären, wie sie mit den ungleichen Einkommen umgehen wollen. Er hat eine höhere Rente, also sollte er finanziell mehr beitragen. Das wäre zumindest mein Rat an ihn, wenn er mich fragen würde.

 

Die meisten Männer sind in solchen Fragen gerne großzügig – und sollten es in meinen Augen auch sein. Denn Männer profitieren ganz sehr von einer stabilen Partnerschaft. Seine Mithilfe im Haus und im Garten reicht mir als Beteiligung am Ganzen nicht. Sie sind derweil ja sicherlich nicht untätig. Wer kümmert sich denn ums Essen und um die Wäsche und vieles andere im Haushalt? In den meisten Beziehungen ist das nach wie vor die Frau.

 

Ein gemeinsames Konto ändert an all diesen Fragen allerdings zunächst einmal nichts. Sie müssen Absprachen treffen über die Verteilung der anfallenden Kosten, einerlei von welchem Konto die dann bestritten werden. Allerdings kann ein gemeinsames Konto etwas Verbindendes haben. Es kann Gemeinsamkeit stiften.

 

Und wichtig ist, womit es Ihnen gut geht. Bei zu viel Zugeständnissen und Kompromissen kann die Partnerschaft leiden. Also besprechen Sie immer wieder in Ruhe, was für Sie beide wichtig ist und was Sie sich voneinander wünschen. Und genießen Sie Ihre neue Liebe!

 

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